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Krankheiten » Sepsis bei Schildkröten
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Sepsis bei Schildkröten
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Wichtig: Dieser Beitrag enthält lediglich Informationen, stellt aber keine medizinische Beratung dar.
Informationen von diesen Seiten sollen bitte nicht als alleinige Quelle für gesundheitsbezogene Entscheidungen herangezogen werden. Bitte konsultiert zuallererst einen Tierarzt.
Was ist eine Sepsis?
Das Wichtigste vorab: Eine Sepsis ist lebensbedrohlich und muss sofort von einem kompetenten Tierarzt behandelt werden.
Sepsis ist eine Blutvergiftung. Sich massenhaft vermehrende Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Pilze) und ihre Toxine (Giftstoffe) werden über die Blutbahn in den gesamten Organismus eingeschwemmt und verursachen eine Schädigung und im Endstadium ein Versagen aller lebenswichtigen Organe und führen dann zum Tod.

Griechische Landschildkröte mit hochgradiger Sepsis (*)
www.reptiliensprechstunde.de
Foto: Thomas Bauer. München. Herzlichen Dank für die Nutzungsgenehmigung
Wie kommt es zu einer Sepsis?
Eine Schildkröte ist schon auf Grund ihrer Lebensweise (bodennah) immer mit Bakterien besiedelt oder wird mit diesen konfrontiert. Ein gesunder Organismus kann damit leben, ohne dass es zu ernsthaften Krankheiten kommt. Ursache für das Entstehen einer Sepsis ist eine Störung oder eine Schwäche der Immunabwehr der Schildkröten. Der Ursprung ist in den meisten Fällen in einer nicht artgerechten und schlechten Haltung zu suchen. Der Körper kann sich der Keime nicht erwehren, es kommt zu einer Vermehrung dieser und die Keimausbreitung nimmt seinen Lauf.
Faktoren, die eine schlechte Immunsituation hervorrufen , können einzeln oder kombiniert Ursache für eine Sepsis sein:
- Tiere, die einem permanenten Stress ausgesetzt sind (zu kleine Gehege, hoher Besatz an Tieren, Überschuss an männlichen Artgenossen, Umgebungswechsel ect.)
- Schlechte Licht- und Wärmeverhältnisse lassen keinen optimalen Stoffwechsel zu
- Falsche Ernährung führt zu Mangelerscheinungen, Verdauungsstörungen und Organveränderungen
- Fehlende Winterstarre ermöglicht keinen artgerechten Jahresrhythmus
- Zu warme oder trockene Winterstarre erzeugt durch vermehrten Anfall von Stoffwechselendprodukten und Giftstoffe für die Niere und Leber Mehrarbeit
- Augenscheinlich gesunde Tiere werden eingewintert, in der Starre bricht dann die vorher schon bestehende Krankheit aus.
- Starker Wurmbefall schwächt die Schildkröte (Nährstoffentzug), kann die Darmschleimhaut verletzen und Keimen die Möglichkeit der Besiedelung geben
- Verletzungen und offene Wunden können ein Herd sein, d.h. Keime aus der Wunde streuen in den gesamten Körper.
- Unbehandelte Lungenentzündungen oder Entzündungen im Mund- und Rachenbereich können Ursache für eine Keimverschleppung sein.
- Schlechte Hygieneverhältnisse erhöhen die Keimansiedlung in der Umgebung des Tieres
Was geschieht bei einer Sepsis im Körper?
Die in die Blutbahn eingeschwemmten Keime und ihre Toxine vermehren sich weiter und schädigen die Zellen der wichtigen Organe, Nieren und Leber sind zunehmend nicht mehr in der Lage, Giftstoffe und Abbauprodukte aus dem Stoffwechsel auszuscheiden bzw. abzubauen. Es kommt zu Gerinnungsstörungen, da die Leber auch für die Gerinnbarkeit des Blutes mitverantwortlich ist. Nach und nach stellen die Organe ihre Funktion ein, es kommt zum Organversagen. Auch der Herzmuskel kann betroffen werden, was zum Kreislaufversagen führt
Anfänglich zeigt die Schildkröte keine typischen Krankheitssymptome. Sie wird apathisch, zeigt wenig Bewegungsfreude und Appetitmangel. Geschwollene Augenlider und Beine sind die weiteren Erkrankungszeichen. Der Bauchpanzer und dann auch der Rückenpanzer weisen eine Rotfärbung auf, es handelt sich um punktförmige Einblutungen durch Gerinnungsstörung und Gefäßstau. Diese Einblutungen verschmelzen im Verlauf der Krankheit und färben den ganzen Panzer rot. Auch die Haut kann punktförmige Blutungen aufweisen.

Sepsis bei einer adulten Griechischen Landschildkröte nach dem Winterschlaf
www.reptiliensprechstunde.de
Foto: Thomas Bauer. München. Herzlichen Dank für die Nutzungsgenehmigung
Was kann der Halter des erkrankten Tieres tun?
- das Tier muss sofort separiert werden
- bei Verdacht oder Anzeichen einer Sepsis handelt es sich um einen absoluten Notfall, ein schildkrötenerfahrener Tierarzt muss umgehend aufgesucht werden. Dabei soll unter keinen Umständen der nächste Tag oder gar das Wochenende abgewartet werden. Je früher die Therapie einsetzt, desto besser sind die Chancen des Tieres.
- Der Tierarzt sollte unbedingt reptilienerfahren sein, da die Auswahl und Dosierung der Antibiotika und Medikamente enorm wichtig ist.
Prophylaxe (Vorbeugung) ist die beste Therapie
- optimale Haltungs- und Ernährungsbedingungen schaffen
- Tiere regelmäßig beobachten und Auffälligkeiten rechtzeitig wahrnehmen
- auf gute Hygiene im Gehege achten (regelmäßige Säuberungen, Kot entfernen)
- sich schon bei der Anschaffung einer Schildkröte nach einem geeigneten Tierarzt umsehen, Erreichbarkeit und Notrufnummer notieren, um im Notfall keine Zeit zu verschwenden
- neu erworbene Tiere in Quarantäne halten, dem Tierarzt zur Kontrolle vorstellen
- Verletzungen und Wunden vom Tierarzt versorgen lassen, nicht selbst den Wunderheiler spielen.
(*) Das auf diesem Bild gezeigte Tier konnte gerettet werden, weil der Halter gerade noch rechtzeitig zu einem kompetenten Tierarzt gegangen ist.
Schildkrötenwissen ist ein Projekt des Testudo-Forum - Das Forum zur Haltung von Wasser-, Sumpf- und Landschildkröten. Besuchen Sie uns dort. Wir freuen uns. |
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Verfasst am: 22.11.2007
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Autor: maripa
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